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Excerpt 2/2005 PDF Print E-mail

Sorry, no English translation available. FOOD DESIGN is a German language publication.

Food for men

L-Carnitin zur Steigerung der männlichen Fruchtbarkeit

Generell muss Unfruchtbarkeit unter ärztlicher Kontrolle behandelt werden. Dennoch sind eine gesunde Ernährungsweise und ein gesunder Lebensstil auch in diesem Fall Grundvoraussetzung. Männern, die ihre Fortpflanzungsfähigkeit weiter unterstützen möchten, kann man eine regelmäßige Supplementierung mit L-Carnitin empfehlen.

L-Carnitin ist ein äußerst vielseitiges Talent: Es kommt natürlicherweise im Körper vor und spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel. Besonders die Muskulatur ist reich an L-Carnitin. L-Carnitin ist wichtig für die Energiebereitstellung in den Zellen, und ein ausreichender L-Carnitinvorrat im Körper kann die Muskelarbeit und andere vitale Funktionen - inklusive Immunsystem - sicherstellen. Auch für die männliche Fruchtbarkeit spielt L-Carnitin eine wesentliche Rolle. In klinischen Studien wurde nachgewiesen, dass L-Carnitin-Supplementation die Spermaqualität verbessern kann.

Unfruchtbarkeit ist keine seltene Sache

Etwa jedes sechste Paar in Deutschland hat Schwierigkeiten mit dem Kinderkriegen, weltweit sind über 80 Millionen Menschen davon betroffen [1]. Kommt es nach zwölf Monaten ungeschützten Geschlechtsverkehrs noch immer nicht zu einer Schwangerschaft, so spricht man von einer eingeschränkten Fruchtbarkeit beziehungsweise Unfruchtbarkeit. Laut Experten liegen die Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches zu jeweils 40 Prozent bei Mann oder Frau. In 20 Prozent der Fälle sind die Ursachen bei beiden Partnern zu finden.
Liegt die Ursache für unerfüllten Kinderwunsch beim Mann, so spricht man von andrologischer Sterilität. Für die eingeschränkte männliche Fruchtbarkeit machen Forscher unterschiedliche Lifestyle-Faktoren verantwortlich. Ob vermehrter Nikotin- oder Alkoholkonsum sowie die Auswirkungen von beruflichem oder privatem Stress die Fortpflanzungsfähigkeit des Mannes beeinträchtigen ist bislang noch nicht belegt. Als gesichert gilt dagegen, dass Medikamente gegen Bluthochdruck oder Diabetes die Zeugungsfähigkeit des Mannes schmälern.

Ungenügende Spermienqualität

@FLT:Der primäre Grund für die männliche Unfruchtbarkeit in den Industrienationen ist immer häufiger die mangelnde Spermienqualität, die sich über Parameter wie Konzentration, Anzahl, Beweglichkeit oder Morphologie der Spermien bestimmen lässt. Laut einer Studie im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes EDEN ("Endocrine Disrupters") vermindert sich - statistisch gesehen - die Spermiendichte bei deutschen Männern beispielsweise pro Jahr etwa um 2 Prozent. Damit nähert sich die Fertilität der Männer bereits jenem Bereich, der von der Weltgesundheitsorganisation WHO als kritisch eingestuft wird.
In engem Zusammenhang mit der Spermienqualität steht die Konzentration von L-Carnitin im Samen. Schon 1965 hat man festgestellt, dass Nebenhoden und Nebenhodenflüssigkeit sehr hohe Konzentrationen an L-Carnitin aufweisen [2]. Das Transportsystem in den Nebenhodenepithelzellen wird durch Androgene aktiviert, was zur Anreicherung von freiem L-Carnitin im Epididymalplasma führt [3]. Im Nebenhodenplasma kann die Konzentration an L-Carnitin bis zu 2000 Mal der Konzentration im Blutplasma entsprechen [4], was bis zu 2000 Mal der Konzentration im Blutplasma entspricht.
Die Energieversorgung der Samenzellen basiert je nach Entwicklungsphase auf unterschiedlichen Energieträgern. Während der Reifung und Wanderung durch die Nebenhoden ist die Energiegewinnung aus Fettsäuren dominierend. Ein Teil der dabei anfallenden aktivierten Essigsäure wird intrazellulär in Form von Acetylcarnitin gespeichert. Sie dient den Spermien speziell nach der Ejakulation als schnell verfügbare Energie [5].

Wirkung von L-Carnitin auf Spermien

Exemplarisch für viele weitere Studien zu diesem Thema sollen hier 3 Studien aufgeführt werden, die zeigen, dass eine hochdosierte L-Carnitin-Supplementierung über einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten eingenommen die Konzentration und Anzahl der Spermien, sowie die Rate der beweglichen Spermien und damit die Spermaqualität deutlich verbessern kann.
In einer Multizenterstudie mit 100 unfruchtbaren Männern wurde ein signifikanter Anstieg in Zahl, Konzentration und Beweglichkeit der Spermien nach einer L-Carnitin-Supplementierung beobachtet [6]. Interessanterweise wurde die größte Verbesserung in der Beweglichkeit bei den Probanden gefunden, denen anfänglich die niedrigste Spermienbeweglichkeit attestiert worden war.
Eine weitere Studie konnte bei 37 von 47 Männern mit reduzierter Spermienbeweglichkeit bestätigen, dass eine Nahrungsergänzung mit L-Carnitin sowohl die Anzahl, als auch die Rate der beweglichen Zellen steigern konnte [7]. Aber auch niedrigere Dosierungen von L-Carnitin konnten die Situation von unfruchtbaren Männern verbessern: in einer anderen Studie wurde die Beweglichkeit der Spermien bei 20 Probanden durch die Einnahme von 1g L-Carnitin/Tag über 6 Monate verdoppelt [8].

Herstellung von L-Carnipure®

Vor genau 100 Jahren haben zwei russische Forscher eine neue Substanz im Fleischextrakt entdeckt - diese neue Substanz war L-Carnitin. Zweiundzwanzig Jahre später konnte die chemische Struktur aufgeklärt werden, und in den 1930er Jahren wurde der Grundstein gelegt für jahrzehntelange wissenschaftlicher Forschung an den physiologischen Wirkungen dieses Nährstoffs. In den frühen 1980ern kam erstes chemisch synthetisiertes L-Carnitin auf den Markt.
Bei der klassischen chemischen Synthese von Carnitin entstehen beide isomere Carnitin-Formen in gleichen Teilen. Während die L-Form die natürliche ist, die auch in der Natur vorkommt und die unser Körper selber herstellen kann, ist D-Carnitin eine unnatürliche und sogar schädliche Substanz. D-Carnitin konkurriert mit dem L-Isomer um die gleichen Aufnahmemechanismen und inhibiert so die Aufnahme von L-Carnitin. Da die Trennung der racemischen Mischung von D, L-Carnitin recht aufwendig ist, war es erklärtes Ziel, ein neues Verfahren zu finden, das reines L-Carnitin liefern würde. Dies gelang Lonza-Wissenschaftlern mit der Entwicklung des L-Carnipure®-Verfahrens. Dabei bedient man sich eines Biotransformationsschrittes, über den das optische Zentrum stereoselektiv in ein optisch inaktives Precursor-Molekül eingeführt wird [9] Somit entsteht bei diesem Produktionsprozess 100% reines L-Carnitin. Dafür garantiert Lonza mit dem Qualitätssiegel L-Carnipure®. Dieses Symbol auf einem Produkt garantiert dem Verbraucher die Verwendung von reinem Lonza-L-Carnitin.
Kleine Mengen an L-Carnitin kann der Körper selbst herstellen. Hierzu sind die essentiellen Aminosäuren Methionin und Lysin, sowie Vitamin C, B6, Niacin und Eisen notwendig. Der größte Teil des täglichen L-Carnitin-Bedarfs wird aber über die Nahrungsaufnahme gedeckt.
Lebensmittel tierischer Herkunft wie Lamm, Rind und Schwein enthalten die höchsten Mengen an L-Carnitin, geringere Konzentrationen werden in Milchprodukten gefunden. Die meisten pflanzlichen Lebensmittel enthalten jedoch nur Spuren von diesem Nährstoff, in vielen Pflanzen kann L-Carnitin nicht einmal nachgewiesen werden [10]. Die typische westliche Mischkost versorgt uns mit etwa 100 bis 300mg L-Carnitin am Tag. In Europa ist die durchschnittliche tägliche L-Carnitinaufnahme durch normale Lebensmittel allerdings in den letzten 10 Jahren um etwa 20% zurückgegangen, was sich aus einem Rückgang im Fleischkonsum ergibt. Ovo-Lacto-Vegetarier haben schätzungsweise eine Zufuhr von 10 bis 40mg L-Carnitin pro Tag, bei einer strikt vegetarischen Ernährungsweise sind es mit 1 bis 4mg/Tag noch viel weniger.

Ulla Held, Dipl.-Ernährungswissenschaftlerin
Lonza AG, Basel/Schweiz
Tel. +41-(0)61-316-8273
e-mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it
www.carnitine.com

Literatur

1 Department of Reproductive Health and Research (RHR): Infertility. www.who.org, 2003
2 N.R. Marquis, F.B. Fritz: The distribution of Carnitine, acetylcarnitine and carnitine-acetyltransferase in rat tissue. J Biol Chem (1965), 240, 2193-2196
3 C.H. Yeung, T.O. Cooper, O.M.H. Waites: Carnitine transport into the perfused epididymis of the rat regional differences stereospecificity stimulation by cholinethe effect of other luminal factors. Biol Reprod 23 (1980), 294-304
4 D.E. Brooks: Carnitine in the male reproductive tract and its relation to the metabolism of the epididymis and spermatozoa. Proc Virginia Lazenby O'Hara Biochem Symp, Meeting Date 1979. Academic: New York, NY, 219-235
5 C. Jeulin, J.L. Dacheux, J.C. Soufir: Uptake and release of free L-carnitine by boar epididymal spermatozoa in vitro and subsequent acetylation rate. J Reprod Fert 100 (1994), 263-27
6 M. Costa, D. Canale et al.: Carnitine in idiopathic asthenozoospermia: A multicenter study. Andrologia 26 (1994), 155-159
7 G. Vitali et al.: Carnitine supplementation in human idiopathic asthenospermia: Clinical results. Drugs Exptl Clin Res 21 (1995), 157-159
8 P. Loumbakis et al.: Effect of L-Carnitine in patients with astheonspermia. Eur Urol 30 (1996) (S2), 255
9 H. Kulla: Enzymatic hydroxylations in industrial application. Chimia 45 (1991), 81-85
10 J. Demarquoy et al.: Radioisotopic determination of L-Carnitine content in foods commonly eaten in Western countries. Food Chem 86 (2004) Nr. 1, 137-142